Flussseeschwalben Projekt

Projektbeginn 2009

Übersicht Flußseeschwalbe Brutsaison 2017

Vilstalstausee:

Auf dem 2017 neu eingebrachten Floß konnten im ersten Jahr sensationelle 22 Flussseeschwalben-Küken flügge werden.

 

Westenthanner Weiher:

2017 keine Flussseeschwalbenbrut, dafür ein Paar Mittelmeermöwen.

 

Redlinger Weiher:

Flussseeschwalben Brutversuch, aber keine Jungen geschlüpft.

 

Mossandlweiher:

Flussseeschwalbe max. 44 Altvögel, 19 Jungvögel.

Mittelmeermöwe 1 Brutpaar mit 3 flüggen Juv.

 

 

Joachim Aschenbrenner hat für uns den Bruterfolg mit tollen Fotos dokumentiert:

Reges Treiben auf den Flussseeschwalben-Brutflößen

5. Juni 2017: Derzeit herrscht reger Brutbetrieb auf den reparierten Flößen.

Die Mittelmeermöwe hat ihre drei Eier auf einer der Floßplattformen weiterbebrütet, ihre mittlerweile faßt ausgewachsenen Jungen schwimmen bereits umher. Die drei restlichen Floßflächen in unmittelbarer Nähe wurden von den Flussseeschwalben in Beschlag genommen. 44 Altvögel konnten heute gezählt werden.

Scheinbar versuchen beide Arten miteinander auszukommen und auf diesem kleinen, künstlich geschaffenen Lebensraum ihren Nachwuchs großzuziehen. Trotzdem muss die Mittelmeermöwe gelegentliche Anflüge und Scheinangriffe erdulden und gelegentlich sogar eine Bekotung aus der Luft durch die Flussseeschwalben ertragen.

Auf der benachbarten Kiesinsel brüten zeitgleich wieder ca. 30 Paare Lachmöwen, mehrere Sumpfrohrsänger und Teichrohrsänger haben ihre Brutreviere bezogen und das Blaukehlchen ist auch noch im Uferrandstreifen zu beobachten.

Floßreparatur mit der Wasserwacht im April 2017

Wasserwacht leistet wertvolle Hilfe für den Artenschutz

Die Helfer von der Wasserwacht, von links:  Rupert Steinbrückner, Karl Heinz Grosch, Roland Schmidt und Michael Mora (Foto: Joachim Aschenbrenner)
Die Helfer von der Wasserwacht, von links: Rupert Steinbrückner, Karl Heinz Grosch, Roland Schmidt und Michael Mora (Foto: Joachim Aschenbrenner)

Am letzten Freitag (13. März 2015) leistete eine Gruppe aktiver Mitglieder der Wasserwacht des Roten Kreuzes, wertvolle, tatkräftige Hilfe bei der Betreuung von Brutflößen für einen unserer seltensten Brutvögel, der nach Rote Liste 1 gefährdeten Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) in einem Weiher der Mossandl GmbH

 

Bereits seit dem Jahr 2007 erlaubt der Inhaber der Fa. Mossandl, Siegfried Mossandl, dem Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Dingolfing-Landau, das Einbringen von Brutflößen in einem Weiher des Werksgeländes und unterstützt mit Material- und Maschinenhilfen den LBV zugunsten des Artenschutzes. Seither hat sich eine Brutgesellschaft dieser wunderschönen Vögel dort eingefunden, die inzwischen als stabil bezeichnet werden darf. So zählten die Aktiven des LBV im Überschwemmungsjahr 2013 bis zu 26 Vögel. Dieser hohe Bestand im verhältnismäßig kleinen Weiher war zum Teil auf die riesigen, den Nahrungserwerb der Vögel behindernden Wassermassen der Flüsse zurückzuführen, der den Mossandlweiher als wichtiges Ausweichgebiet in Überschwemmungszeiten kennzeichnet. Auch im wettertechnisch unauffälligen Jahr 2014 war der Bruterfolg mit mindestens 9 Jungvögeln erfreulich gut. Es gibt im Umkreis Dingolfing-Landau nur eine größere Brutkolonie im Isarstausee bei Landshut; außerdem ein kleineres Vorkommen in den Ettlinger Weihern bei Wallersdorf und im Wörther See.

 

Dem Vogelschützern war es im Herbst 2014 zwar möglich, die Flöße an Land zu ziehen um sie zu reinigen und von immer größer werdendem Pflanzenwuchs zu befreien, aber die gereinigten Flöße zurück in die Weihermitte zu ziehen, ist eine viel schwierigere Aufgabe, die ohne fachmännische Hilfe nicht zu bewerkstelligen war. Nach kurzer Anfrage fanden sich die Aktiven Mitglieder der Wasserwacht Dingolfing spontan zur Hilfe bereit. Die Arbeiten gestalteten sich bei Kälte und schnell eintretender Dunkelheit wie erwartet schwierig, da die bisherigen Verankerungen der Flöße schlecht zu lösen waren und die schweren Betonringe, welche die Flöße in Position halten müssen, selbst vom 25 PS-Boot ausgesprochen schwer zu bewegen waren. Schließlich gelang es aber, den Anker eines Floßes zu kappen und es in die Weihermitte zu ziehen. Da das bei dem zweiten Floß nicht möglich war, mußte es in einigem Abstand zum anderen Floß in größerer Ufernähe belassen werden. Bei besserem Wetter wollen die Taucher der Wasserwacht diesem verbliebenen Manko abhelfen.  „Aktionen wie diese sind nötig, um einem unserer elegantesten, einheimischen Brutvögel eine Lebenschance zu geben“ erklärte der Vorsitzende der Kreisgruppe Dingolfing-Landau des LBV, Joachim Aschenbrenner interessierten Zusehern und sein Stellvertreter, Michi Herzig bekräftigte diese Aussage mit: „Wenn zukünftige Generationen noch eine Flussseeschwalbe in der Heimat sehen können, dann liegt das am Engagement von Leuten wie Michael Mora, Rupert Steinbrückner, Karl Heinz Grosch und Roland Schmidt, und all den engagierten Helfern in den Naturschutzverbänden.“

 

Das Betreten der freien Natur  - zu Fuß - ist bei uns jedem gestattet. Doch erhoffen sich die Vogelschützer ein der Seltenheit dieser Art angepaßtes Freizeitverhalten und apellieren an alle Freizeitnutzer des Gewässers, nicht unbedingt in der Nähe der brütenden Vögel zu Baden oder Hunde frei laufen zu lassen, damit Mensch und Tier auch weiterhin ein leinenpflichtfreies Gelände zur Verfügung stehen kann. Ohnehin ist das Befahren des dort hin führenden Weges dem landwirtschaftlichen Verkehr vorbehalten.

Der LBV des Landkreises Dingolfing-Landau bedankt sich sehr herzlich bei den Helfern der Wasserwacht und Herrn Siegfried Mossandl und seinen Mitarbeitern im Kieswerk. 

Die Fluss-Seeschwalbe (Sterna hirundo)

 

Nur so groß wie eine kleine Taube, strahlend weiß mit einer schwarzen Kappe und einem roten Schnabel mit schwarzer Spitze, so präsentiert sie sich im Brutkleid. Sowohl der Vogel selbst, als auch der Flug der Fluss-Seeschwalbe ist unter unseren einheimischen Vögeln an Eleganz und Wendigkeit nicht zu überbieten. Sie sind ausdauernde, schnelle, kraftvolle Flieger. Ihre Flügelschläge sind weit ausholend und der Körper bewegt sich währenddessen auf und ab. Ungefähr wie eine Möwe, nur noch schnittiger.

 

Sie kommt Ende März, Anfang April aus den Winterquartieren um bei uns ihren Nachwuchs groß zu ziehen und verläßt uns Anfang September wieder. Sie fliegt zur Überwinterung bis Südafrika. Dabei legt sie riesige Entfernungen zurück, die bis zu 40.000 km im Jahr betragen können, weshalb man die Vogelart als sogenannte Langstreckenzieher bezeichnet.

 

Der ursprüngliche Lebensraum der Flussseeschwalbe ist heutzutage rar geworden, denn sie benötigt zum Brüten störungsfreie Sand- oder Kiesinseln in wasserreichen Gebieten; wo die Sand- und Kiesbänke durch eine natürliche Dynamik immer wieder auf- und abgebaut werden und so immer wieder neuer Brutraum für sie geschaffen wird. Heute findet man sie im Binnenland meist nur noch dort, wo ihnen künstliche Brutinseln an nahrungsreichen Gewässern angeboten werden. Ihr Rückgang ist also im Wesentlichen auf die Zerstörung der natürlichen Flussdynamik als Folge des Flussausbaus zurückzuführen. Noch vorhandene, natürliche Brutplätze sind zudem durch Störung von Bade- und Naherholungsgästen stark beeinträchtigt. Hinzu kommt die allgemeine Verschlechterung der Nahrungsgrundlage durch Eintrag von Chemikalien in Gewässer und fehlende oder stark verringerte Laichräume für Fische, denn sie  ernährt sich ausschließlich von kleinen Wassertieren, meist Fischen, Insektenlarven oder Egel die im Sturztauchen erbeutet werden. Aber auch fliegende Insekten gehören zu ihrer Nahrung.

 

Dort, wo es ihnen gut geht, können diese Vögel 20 Jahre alt werden. Meist beginnen sie erst mit 3 oder 4 Jahren zu brüten. Ihre Vermehrungsrate ist mit 1-2, in Ausnahmen bis zu vier Jungen gering. Die Eltern erkennen ihre Jungen in der Kolonie nach wenigen Tagen an ihren individuellen Rufen; eine erstaunliche Leistung in dichten Brutkolonien. Mit 3 – 4 Wochen sind die Jungen flügge. Danach bleibt die Familie noch weitere 6 Wochen zusammen, in denen die Jungen weiter gefüttert werden und von den Eltern das Jagen lernen.

 

Um diese wunderschönen Vögel auch späteren Generationen zu erhalten, werden auf absehbare Zeit weiterhin künstliche Nisthilfen erforderlich bleiben. Langfristig kann die Erhaltung und Entwicklung von dynamischen Auenbereichen und großflächigen Feuchtgebieten mit einer naturnahen Überflutungs- und Geschiebedynamik (v.a. Rückbau von Uferbefestigungen, Schaffung von Retentionsflächen) den Vögeln helfen.

Text: Elfriede Feicht

28.10.2014 Reinigung der Brutfloße im Mossandlweiher bei Mamming

Begutachtung des Floßes per Boot (alle Fotos: Elfriede Feicht)
Begutachtung des Floßes per Boot (alle Fotos: Elfriede Feicht)

LBV-Aktion Brutfloß

Tatort: Kiesweiher der Firma Mossandl

Aktion: Pflege der künstlichen Brutflöße für die Flussseeschwalbe

Motiv:  Vorbereitung der Brutflöße für das nächste Jahr zu Gunsten der edlen                           Himmelsflieger. Mehr über das Motiv folgt noch…

Beteiligte: Burkhard Werthmann, Michi Herzig, Elfriede Feicht

Zeit: 21.10.2014, 9°° bis 12°°

Tatwerkzeuge: kleines, altes Ruderboot, langes Seil, Karabinerhaken (sehr groß), Eimer, Rechen, Harke, Fotoapparat, unsensible Kleidung, Gummistiefel, gute Laune

Ablauf: siehe Text unten…

Erfolg: sauberes Floß und gelungene Premiere der MS-Schwalbe mit Michi als Kapitän

Fazit: Erfahrungen in der Brutfloßpflege wachsen; gemeinsam sind wir stark; mit der Hilfe der Firma Mossandl können wir die Brutflöße wieder ganz fit machen.         

 

Ablauf

 

Nach anfänglichem Frösteln am feuchten Morgen haben wir voller Zuversicht das kleine Boot ins Wasser gelassen. Angesichts dessen Winzigkeit erschien es uns unklug, mehr als eine Person zusteigen zu lassen. Michi wagte sich freudig hinein. Die neuen Ruder erschienen ihm und uns, die spannungsvoll am Ufer standen, für das bescheidene Gefährt zu groß und zu neu. Mit einigem Gewackel gewann Michi Abstand vom Ufer und näherte sich dem Floß. Der Bewuchs aus grünbraunem Gewächs war ganz schön groß geworden. Es war ein arges Gewackel, bis es möglich war, das Boot so zu manövrieren, dass ein Kontakt mit dem Floß hergestellt werden konnte. Das Betreten des Floßes war vom Boot aus unmöglich, denn es wäre gekippt und Michi wäre unnötig baden gegangen. Er war zwar nahe daran, es trotzdem zu versuchen, aber unsere vereinten, warnenden Stimmen vom Ufer aus haben ihn davor abgehalten, seinen jugendlichen Wagemut auszuleben. Vom Boot aus konnte weder mit Rechen noch mit Harke das Grünzeug entfernt werden, zu groß war das Gewackel und zu fest saß das Grünzeug. Die Lösung war das lange Seil. Obwohl gut in Schlingen gelegt, haben es Seile oft so an sich, sich bei der ersten Berührung in unartiges Gekneuel zu verwandeln. Entsprechend groß war die nötige Geduld um aus dem Seilsalat ein anständiges Werkzeug zu gewinnen. Uff! Mit vereinten Kräften – den gedanklichen und wortreichen vom Ufer aus - und den gewandten Anstrengungen von Michi im Boot auf dem Wasser war es möglich, das Seil am Floß festzumachen, nicht ohne zuvor einen verunglückten Gänseleichnam aus den Ritzen des Floßes zu ziehen. Leider blieb deren Bein am Floß hängen, während der restliche Körper dem Schweigen des Wassers übergeben wurde. Michi kam zu uns ans Ufer gerudert und mit vereinten Kräften gelang es uns, das Floß so nahe ans Ufer zu ziehen, dass die tragenden Balken dem Grund auflagen und ein sicheres Betreten des Floßes möglich wurde. Michi war inzwischen schon recht nass, mir lief das Wasser in die Gummistiefel und Burkhard ließ sich kein Unbill anmerken.

Aus der Nähe ließ sich nun erkennen, womit wir es mit dem Bewuchs auf dem Floß zu tun hatten. Herzgespann! Darunter befand sich eine dicke Schicht nach Guano riechende Erde. Ein praktisches Beispiel der Bodenbildung durch die Natur. Wir haben uns nicht darüber gewundert. Allerdings leidet natürlich die Haltbarkeit der Balken des Floßes unter der Bedeckung mit fruchtbarer Erde. Wie allerdings die Bärenraupe und die Regenwürmer auf das Floß gekommen waren, das hat uns schon gewundert. Michi hat die Raupe sorgfältig ins Gebüsch gesetzt, bevor er die restliche Erde mit dem Rechen in den See beförderte. Burkhard und ich haben das Floß derweilen festgehalten und vom Ufer aus gute Ratschläge gegeben J. Beeindruckend war es schon, zu sehen, wie die halbmeterlangen Wurzeln des Gewächses aus den Ritzen des Floßes kamen, durch die sie ins Wasser hinab gewachsen waren. Mitsamt der daran hängenden Erde wurden auch sie dem Wasser des Weihers übergeben.

Flussseeschwalben brüten normalerweise auf Kiesbänken inmitten von Gewässern. Da solche kleinörtlichen Gegebenheiten heutzutage selten sind, sind künstliche Brutflöße in unserer Heimat die letzten Möglichkeiten für diese wunderschönen Vögel, ihre Eier zu legen und die Jungen groß zu ziehen. Kies brauchen sie, damit die Eier getarnt sind und nicht ins Wasser rollen können. Uns hat es verwundert, dass die Schwalben dieses bewachsene Floß noch so gut angenommen hatten. Mir wäre es natürlich am liebsten, wenn man für jedes Brutpaar ein eigenes Häuschen auf das Floß stellen könnte, worin sich die Jungen bei starker Sonneneinstrahlung in den Schatten bergen können und bei Kälte vor dieser geschützt wären. Aber das wäre natürlich Humbug. Für´s Schattenspenden und Wärmen sind die Altvögel zuständig. So war das schon immer und so soll es auch in Zukunft sein. Deshalb wollen wir das Floß mit einer dünnen Schicht Kies ausstatten, den uns der Besitzer der Kiesweiher, Herr Mossandl zur Verfügung stellen will. Wir sind ihm dankbar für seine Hilfe und dafür, das wir diese Flöße in seinem Weiher haben dürfen.

Als Michi wieder Land gewonnen hatte und die Ruder ordentlich im Boot lagen, gab es noch für jeden eine frische Breze zur Belohnung. Für heute war unsere Arbeit faßt getan, zufrieden ließen wir das Floß und das Weihergebiet wieder sich selbst.

 

Bis zur nächsten Aktion

Eure Elfriede Feicht.

Neues vom Artenschutzprojekt Flussseeschwalbe

21.07.2013: Bei einer weiteren Kontrolle der Brutflöße im Mossandlweiher wurden insgesamt 4 Jungvögel gezählt. Da die beiden vor zwei Wochen schon relativ großen Jungvögel nicht mehr auf den Flößen gesehen werden konnten, gehen wir von insgesamt 6 Jungvögeln aus.

Zweites Flussseeschwalben-Brutfloß für den Mossandlweiher

Für die kommende Brutsaison 2011 wurde mit Unterstützung der Regierung von Niederbayern eine zweite Nistplattform errichtet. Mit der Verdoppelung der Nistfläche würde man der Flussseeschwalbe die Bildung einer kleinen Kolonie ermöglichen, die sich so erfolgreicher gegen Konkurrenten wie etwa die Mittelmeermöwe zur Wehr setzen könnte.

Am Samstag den 6. November rückten erneut die "Floß-Macher" Franz Wagner, Josef und Andreas Schreiner mit allem nötigen Handwerkszeug und Fichtenstämmen aus dem Rainer Wald an. Das Borkenkäfer-Holz erfüllt so noch einen wichtigen Dienst für die Natur. 

Die Firma Mossandl gewährte uns freie Fahrt mitten durch das Kiesabbaugebiet bis an den Rand des Weihers, wo das Floß vor Ort errichtet wurde. Wertvolle Hilfe leistete uns auch ein extra engagierter Laderfahrer, der uns mit einer großen Ladung gewaschenen Kies als Belag für das Floß versorgte. Die Flussseeschwalben sollen sich ja auf der neuen schwimmenden Insel "heimisch" fühlen, nisteten sie doch früher auf den Kiesbänken unverbauter, naturnaher Alpenflüsse, wie der Isar.

Das alte Floß wurde per Boot angefahren, besichtigt und gereinigt. Leider verhinderte der starke Westwind, dass beide Nisthilfen an ihren Bestimmungsort in der Seemitte gebracht werden konnten. Eine  Ausbringung bei Windstille muss bis Ende März erfolgen, da die ersten Flussseeschwalben im April eintreffen werden.

Arbeitseinsatz für die Flußseeschwalbe:

15.04.2010: Ein altes Brutfloß für die Isar zwischen Mamming und Landau wurde wieder aktiviert. Bereits Anfang April wurde das vier auf zweieinhalb Meter große Floß von Uli Höll, Burkhard Werthmann und Michael Herzig mit neuen Lärchenbrettern ausgestattet. Feines Maschengitter, eine Lage Kies und ein Hinweisschild komplettierten  die Schwimminsel.

 Am 15. April rückte die Flußmeisterstelle Dingolfing mit zwei Mann und einem Motorboot aus, um das Floß  an seinen Bestimmungsort, nahe des Mamminger Sportplatzes zu bringen. Unser herzlicher Dank gilt Herrn Ammer und seinem Mitarbeiter, ohne deren Hilfe wir das Floß nicht gegen die Strömung ziehen und es verankern hätten können. 

Doch die Mühen könnten noch heuer belohnt werden. Bereits wenige Tage später bekundeten die ersten Flußseeschwalben ihr Interesse an der künstlichen Insel.

Brutfloß für die Flussseeschwalbe

2. Mai 2009: Heute war es soweit: Ein Brutfloß mit 3 x 7 Meter wurde im Mossandl Kiesweiher südlich der A92 verankert.

Flußseeschwalbe -Sterna hirundo (Bayern Rote Liste 1)

Die Flussseeschwalbe, eine elegante Erscheinung(Foto: Michael Herzig)
Die Flussseeschwalbe, eine elegante Erscheinung(Foto: Michael Herzig)

Um die in Bayern vom Aussterben bedrohte und europaweit besonders zu schützende Flussseeschwalbe (Bayern Rote Liste1 / EU Vogelschutzrichtlinie Anhang1) im Landkreis Dingolfing-Landau langfristig wieder anzusiedeln wurde nach einem weiteren geeigneten Gewässer für ein Floß gesucht.

1980 waren in ganz Bayern nur noch 30 Brutpaare übrig geblieben. Natürliche Brutflächen in Bayern verschwanden durch den Ausbau und Kanalisierung der Alpenflüsse. Auch der zunehmende Freizeitbetrieb verursacht so manchen Brutausfall. Eine Bewertung durch das Bayrische Landesamt fur Umweltschutz ergab, dass die Erhaltung ihres Bestandes nur durch besondere Maßnahmen des Naturschutzes möglich ist. Eine Kartierung im Jahr 2007 ergab für den Landkreis Dingolfing-Landau nur sehr wenige Brutpaare an zwei Orten. Die nächste größere Kolonie befindet sich am Isarstausee westlich von Landshut.

Bereits im Februar liefen in der Kreisgruppe Dingolfing-Landau des Landesbundes für Vogelschutz die Planungen für ein Flussseeschwalben-Brutfloß an. Als möglicher Standort für ein Brutfloß wurde zuerst der Isarstausee bei Dingolfing in Erwägung gezogen. Die bei einem Fließgewässer sehr aufwändigen Genehmigungsverfahren standen aber einem rechtzeitigen Einbringen noch zu dieser Brutsaison im Wege.

So wurden die Kiesweiher, zwischen Mamming und der Autobahn A92 gelegen, näher betrachtet. Grundstückseigentümer ist die Karl Mossandl GmbH. Der Geschaftsführer Herr Siegfried Mossandl zeigte sich sehr interessiert, gestattete das Einbringen eines Floßes und trug engagiert zur Umsetzung des Projektes bei.

Mit Genehmigung der Niederbayerischen Staatsregierung, der Unteren Naturschutzbehörde und der wasserrechtlichen Gestattung durch das Landratsamt rückte man nun am 2.Mai morgens mit schwerem Gerät an. Herr Mossandl überzeugte sich persönlich von dem Bauvorhaben und zeigte sich sehr beeindruckt. Michael Herzig war für die Positionierung des Floßes und für das Ermitteln der Wassertiefe verantwortlich. Franz Wagner plante und organisierte das benötigte Material und war zusammen mit Josef und Andreas Schreiner, sowie Klaus Weiß die ausführenden vor Ort. Eine massive Konstruktion aus Fichtenstämmen wurde mit dreißig Zentimeter langen Nägeln zusammengebaut, die vier fleißigen Arbeiter brauchten dafür drei Stunden. Komplettiert wurde die Plattform mit einer Schicht gewaschenem Kies und einigen Unterschlupfmöglichkeiten für den Vogel-Nachwuchs bei Regen oder Feindangriffen. Die drei mal sieben Meter große künstliche Insel wurde dann ins Wasser gebracht. Mit einem Boot und reichlich Muskelkraft zogen die Helfer das etwa drei Tonnen schwere Floß in den See hinaus, wo es mit zwei massiven Betonringen an zwei Ketten verankert wurde.

Um 13 Uhr nachmittags war der Arbeitseinsatz beendet, es kehrte wieder Ruhe ein. Deutlicher war nun wieder der Gesang der beiden Feldschwirle zu hören, die bereits früh morgens sangen und sich auch nicht durch die Bautätigkeiten stören ließen. Zwei Haubentaucher näherten sich bereits neugierig aber vorsichtig der neuen schwimmenden Plattform, eine Beutelmeise ließ ihr „Ziep“ beim Überfliegen hören.