Stunde der Wiesenvögel im Isarmoos

Kiebitz im Königsauer Moos (Foto: M. Herzig)
Kiebitz im Königsauer Moos (Foto: M. Herzig)

Dingolfing-Landau: Das Isarmoos in unserem Landkreis ist bayernweit das wichtigste Brutgebiet für Wiesen- und Feldvögel.

Hier brüten noch am meisten Brachvögel, Kiebitze, Blaukehlchen und Feldlerchen. Um der Bevölkerung diese herausragenden Naturschätze näher zu bringen, haben Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz im Landkreis die Aktion „Stunde der Wiesenvögel“ ins Leben gerufen.

Im Rahmen dieser Aktion fanden heuer 4 Beobachtungstreffen im Isarmoos statt, bei der von bestimmten Punkten aus unter fachkundiger Begleitung die Vögel eine Stunde lang beobachtet, gezählt und aufgeschrieben wurden. 

Wiedehopf im Landkreis Dingolfing-Landau

(Foto: Hans Einhellig)
(Foto: Hans Einhellig)

03.Mai 2014: Wiedehopf bei Eichendorf!!! Seit mehreren Wochen hält sich ein männlicher Wiedehopf rund um das Schullandheim und das Naturkundemuseum in Eichenberg auf. Nachdem in den ersten zwei Wochen das Männchen fleißig den ganzen Tag mit seinen „uupp uupp“ rufen auf sich aufmerksam machte, ruft es nun nur noch spärlich aber immer noch regelmäßig. Vielleicht ein Anzeichen dafür dass das Wiedehopf Männchen ein Weibchen gefunden hat und nun nur noch sein Revier abgrenzt. Es bleibt spannend, ob es vielleicht in unserem Landkreis zu einem Brutversuch kommt.  Rund um das Schullandheim Eichenberg scheinen die Voraussetzungen dafür ideal, Viehhaltung im Freien, exponierte Lage. Herzlichen Dank an Herrn Hans Einhellig für die tolle Beobachtung und das wunderbare Belegfoto!!!

Glückliches Ende für "unseren" Mauersegler !

Eine erfreuliche Nachricht erreichte unsere Kreisgruppe am Sonntag Vormittag. Frau Doktor Ninon Ballerstädt aus Tutzing konnte am 27.07.2013 den in Dingolfing gefunden Mauersegler erfolgreich abfliegen lassen. Ein Happy End in einem ansonsten sehr schlechten Jahr für die Mauersegler. Herzlichen Dank noch einmal an Martin Blasi, der zusammen mit einem Freund den verletzen Mauersegler während der Schlechtwetterperiode fand und nicht seinem Schicksal überlies sondern schnell und richtig handelte. Nur durch den beherzten Einsatz hatte der Vogel überhaupt eine Chance. Nach dem Stillen der Blutung am Flügel, organisierte die Kreisgruppe den Transport des verletzten Seglers nach Tutzing. Dort übernahm Frau Ballerstädt die intensive und zeitaufwändige Pflege. Obwohl es am Anfang sehr schlecht um den Segler stand, da er alle großen Handschwingen des einen Flügels eingebüßt hatte, entwickelte der Vogel überraschender Weise schnell neue Federn. Dies ist sehr außergewöhnlich um diese Jahreszeit, eigentlich ist die Mauser bei Mauerseglern erst wieder im Winter. Es freut uns sehr dass in der Natur beinahe nichts unmöglich erscheint und unser Einsatz belohnt wurde. Guten Flug, lieber Mauersegler, auf das wir Deine "Srriiiiie, Srriiiiie" Rufe im nächsten Sommer wieder hören dürfen!!!

 

Michael Herzig

Familienplanung bei den Weißstörchen in Marklkofen

Paarung im Horst (Foto: Peter Eisgruber-Rauscher)
Paarung im Horst (Foto: Peter Eisgruber-Rauscher)

Unglück am Trafohäuschen

Unterdaching, 11. Mai 2012 Foto und Meldung: Dieter Aichner
Unterdaching, 11. Mai 2012 Foto und Meldung: Dieter Aichner

Ein tragisches Unglück ereilte ein Uhuweibchen bei Unterdaching:

Weitere Sicherungsmaßnahmen an dem Trafohäuschen wurden in der Zwischenzeit durch das LfU bei EON beantragt.

Die beiden jungen verwaisten Uhunestlinge wurden in andere Horste versetzt.

Gefahr für Greifvögel durch Windkrafträder

Michael Püls machte uns auf ein schreckliches Video aufmerksam dass momentan auf Youtube im Internet angesehen werden kann. Dort gerät ein Gänsegeier in ein Windkraftrad und trudelt zu Boden. Was auf der ganzen Welt Tausenden oder Millionen von Vögeln passiert wird hier ganz besonders drastisch sichtbar. Besonders Windparks auf offener See fordern wohl gerade bei Seevögeln einen hohen Tribut an dieser Art von moderner Energiegewinnung.

Wenn Sie das Video ansehen wollen, geben sie einfach bei Youtube die beiden Stichworte "Gänsegeier" und "Windkraft" ein. Im Original heißt das Video "Fatal accident with vulture on a windmill".

Findelkinder verlassen das Nest

Mauersegler "Dingo" startet in den Abendhimmel Foto: Michael Herzig
Mauersegler "Dingo" startet in den Abendhimmel Foto: Michael Herzig

18. August 2010, Tutzing am Starnberger See: Am vergangenen Donnerstag, abends um 19 Uhr, war es wieder soweit: Frau Dr. Ninon Ballerstädt versammelte 30 Vogelinteressierte und Mauerseglerpaten am Sportplatz von Tutzing.

Die letzten 18 von 42 Mauersegler-Findelkindern der Saison 2010 sollten endlich in die Freiheit entlassen werden. Nach einer letzten Mahlzeit ging es los. Alle Zuschauer fieberten bei jedem Startversuch mit.

Zwei Patenkinder der LBV Kreisgruppe Dingolfing-Landau, "Joachim" und "Michael" sind bereits Anfang August erfolgreich gestartet. Nun hies es für "Dingo", "Rita" und "Heike", genügend Wind unter die kleinen Flügel zu bekommen. Letztere war eines der Sorgenkinder, war sie doch arg geschwächt und nach Meinung der Mauersegler-Experten eigentlich dem Tode geweiht. Doch dank der aufopferungsvollen Pflege von Frau Ballerstädt konnte auch dieser Mauersegler in den Abendhimmel starten. Ein ergreifender Moment für alle Beteiligten.

Viele der Findelkinder dieser Saison hatten keinen guten Start ins Vogelleben. Wurde doch einer von einem Tierarzt als junge Taube identifiziert und mit Taubenfutter gefüttert, ein andere sollte mit Katzenfutter groß gezogen werden. 

Am Ende des Abends blieben 3 Mauersegler zurück, die den Abflug noch nicht schafften. Ein paar Wochen bleiben noch Zeit, bei günstigen Witterungsbedingungen einen erneuten Start zu versuchen. Mauersegler aus Skandinavien ziehen gerade noch bei uns durch, sie könnten also ohne Probleme Anschluß finden. Da die Mauersegler ja kein festes Überwinterungsziel haben, sondern einfach ihrer Nahrung, Fluginsekten, hinterher fliegen, haben auch sie noch gute Chancen.

Bei Frau Dr. Ballerstädt wird es ihnen in der Zwischenzeit gut gehen...

Kranke Greifvögel und Eulen? - Wir helfen!

In letzter Zeit wurden in unserem Landkreis immer wieder verletzte Eulen und Greifvögel aufgefunden. Meist verkriechen sich diese kranken Tiere irgendwo, um ihre Krankheit auszuheilen oder um einsam zu sterben. Nur in seltenen Fällen wird demnach ein krankes Tier überhaupt gefunden. Aber dies ist dennoch oft genug der Fall. Viele Naturfreunde stehen in einem solchen Fall dann häufiger ratlos vor dem Patienten. Wir wollen sie in einem solchen Fall nicht alleine lassen und können helfen!

Verletzte Greifvögel brauchen grundsätzlich unsere Hilfe und müssen schnellstens versorgt werden. Die Rechtslage ist hier jedoch etwas verwirrend. Greifvögel unterliegen dem Jagdrecht (was nicht heißt, dass sie geschossen werden dürfen! Im Gegenteil, sie sind strengstens geschützt und haben ganzjährige Schonzeit!). Der zuständige Jagdpächter hat hier ein Aneignungsrecht. Einen gesunden Vogel dürfen Sie sich also nicht aneignen, das wäre Jagdwilderei.

Um Schwierigkeiten zu vermeiden, sollten Sie uns unverzüglich über kranke oder tote Greifvögel informieren. Wir werden dann eventuell sogar mit Unterstützung der örtlichen Polizei die schnellstmögliche Versorgung des Patienten sicherstellen und den zuständigen Jäger informieren. Sie ersparen sich damit eventuell viel Ärger und dem Vogel ein längeres Leiden!

Die kranken Vögel werden nach einer Grundversorgung und Diagnostik entweder in die Auffangstation des Landesbundes für Vogelschutz nach Regenstauf oder an das Institut für Geflügelkrankheiten nach Oberschleißheim vermittelt. Hier ist eine fachgerechte Pflege und Auswilderung sichergestellt. Auch Totfunde werden in Oberschleißheim untersucht! Eine weitere Auffangstation für Greifvögel und Eulen befindet sich in Freising.

 

Ihre Ansprechpartner und Hilfe im Landkreis finden Sie hier.

Mit Gift und Schrot gegen Greifvögel

Sperberweibchen, während der Eiablage am Horst abgeschossen, Bachhausen, Kreis Dingolfing-Landau, 2005 (Foto: Franz Meindl)
Sperberweibchen, während der Eiablage am Horst abgeschossen, Bachhausen, Kreis Dingolfing-Landau, 2005 (Foto: Franz Meindl)

Am Beispiel einer Greifvogelkontrollfläche im Bereich Landau a. d. Isar DGF wurden illegale Verfolgungen bei Greifvögeln recherchiert und analysiert. Dabei zeigte sich, dass das Ausmaß gesetzeswidriger Aktivitäten gegen Greifvögel in bestimmten Revieren erschreckend sein kann. Man kann davon ausgehen, dass es sich bei den entdeckten Vergehen nur um die Spitze eines Eisberges handelt. Erschreckende Beispiele mit Gifteiern und Giftködern zeigen, wie skrupellos manche Zeitgenossen ihre Interessen auf Kosten der Natur durchsetzen wollen.

Seit 2002 wird auf einer Probefläche von etwa 100 km² im Landkreis Dingolfing-Landau (DGF) ein Greifvogelmonitoring aufgebaut. Auf der genannten Untersuchungsfläche werden von unserem Mitglied Dieter Aichner die Bestände von Habicht und Sperber für die Aktionsgemeinschaft Greifvogel- und Eulenschutz e.V. (AGES) Freising erfasst. Wir freuen uns, seine wertvolle  wissenschaftliche Abhandlung, veröffentlicht in "Avifaunistik in Bayern", vorstellen zu dürfen. Aufgedeckt wurden eindeutiger Schrotbeschuss (3 Habichte, 6 Mäusebussarde, 1 Schwarzmilan, 1 Rohrweihe, 2 Sperber), Abschuss am Horst oder auch möglicher Gifteinsatz (6 Mäusebussarde), eindeutige Vergiftung (6 Mäusebussarde), Tötung nach Fang ( 2 Habichte), nicht genehmigte Fanganlage (4 Fälle) und Aushorstung (4 Fälle). Auch zu mehreren gefundene tote Greifvögel gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Nachstellungen zurück (7 Mäusebussarde).

Greifvögel sind meisterhafte Flieger, jeder Vogelbeobachter ist von ihrem Anblick begeistert. Leider sind manche Arten in den letzten Jahren sehr selten geworden. Das Töten von Greifvögeln ist strengstens untersagt und stellt eine Straftat dar!

Sollte ein Flintenträger beim Abschuss ertappt werden, drohen ihm saftige Strafen: er wird zu Geld- oder Freiheitsstrafe verurteilt, die dabei benutzte Waffe und der geschossene Greifvogel werden eingezogen. Außerdem verliert der Schütze seinen Jagdschein und, falls er zu einer Freiheitsstrafe oder Geldstrafe zu mindestens 60 Tagessätzen verurteilt wird, ist auch seine Waffenbesitzkarte weg. Seine Jagdwaffen kann er dann abgeben oder unbrauchbar machen lassen!

Essen, Schlafen, Birden gehen!

Eine neue Leidenschaft erobert Deutschland.  Birding bedeutet nichts anderes als Vogelbeobachten, wobei die Beobachtungen in sogenannte Checklisten eingetragen werden und verglichen werden können. Die besten Birder Deutschlands haben es schon auf über 400 Arten gebracht! Auch vor unserer Haustür im Landkreis Dingolfing können fantastische Vogelarten beobachtet werden. Die gemachten Beobachtungen sind dabei schriftlich festzuhalten. Hilfreich sind dabei Notizen in einem Kalender oder Notizbuch. Wieder zu Hause angekommen können diese Aufzeichnungen sauber in ein Heft geschrieben und in einem Ordner abgeheftet und aufbewahrt werden. Bald werden diese Aufschreibungen zu einem unersetzlichen Nachschlagewerk! Aufgeschrieben werden bei ungewöhnlichen Vögeln das Datum und der Ort der Beobachtung. Die Kreisgruppe Dingolfing ist an Beobachtungen seltener Vögel außerordentlich interessiert! (mehr...)

Hier geht's zur Singvogelaufzucht.